Diagnostische Testtheorie

Beschreiben sie den WAIS-IV

= Wechsler Adult Intelligence Scale - IV
 
Ziel des Verfahrens ist die Beurteilung der kognitiven Fähigkeiten Jugendlicher & Erwachsener im Alter von 16 Jahren bis 89 Jahren 11 Monaten.
Der IQ-Bereich weist eine sehr große Spanne von 40-160 auf.
Der WAIS-IV basiert auf der Wechsler-Bellevue-Intelligence-Scale 1939. Er wurde deduktiv konstruiert angelehnt an der Cattel-Horn-Caroll-Theorie: Intelligenz als hierarchisches Konstrukt aus allg. & spezifischen kognitiven Fähigkeiten zusammengesetzt.
Neuerungen im WAIS-IV sind, dass es keine Unterteilung mehr in verbal-&Handlungs-IQ gibt, da empirisch nicht haltbar.
Der Test misst 4 Indices mit bestimmten Untertests (10Haupttests; 5 optionale), die gemeinsam den Gesamt-IQ bilden.
Man kann optional den allgemeinen Fähigkeits-Index berechnen, dieser ist nützlich bei klinischen Beeinträchtigungen da AG&VG mit geringerem Gewicht reinfallen.
Ebenfalls gibt es Leitlinien zur standardisierten Testdurchführung mit Gehörlosen oder hörgeschädigten Personen.
Für die Durchführung ist eine ausführliche Einarbeitung des Testleiters nötig, da zb die Abbruchkriterien&Umkehrregeln eine sofortige Beurteilung erfordern.
Die Bearbeitungszeit dauert etwa 60-90 Minuten.
Einsatzbereiche des Test sind klinische Einzelfalldiagnostik, klinisch/neurologische Bereich: Abschätzung von Intelligenzminderung oder negativen Folgen neurologischer Erkrankungen, Teilleistumgsschwächen; pädagogische Psychologie: Diagnostik von kognitiven Defiziten, Lernstörungen &Hochgebgabung; Forschung (zb. Wirksamkeit von therapeutischer Intervention)
=> wichtigster deutschsprachiger Einzelintelligenztest für Erwachsene
Die Normierung ist repräsentativ für die deutsche Bevölkerung, Normtabellen getrennt nach 13 Altersgruppen.
 
Bewertung: 
-> Objektivität: alle 3 gegeben; computergestütztes Auswertungsprogramm vorhanden
-> Reliabilität: interne Konsistenz: Gesamt-IQ: α=.98; Retest-Rel.: Gesamt-IQ: rtt=.95
-> Validität: Inhaltsvalidität gegeben; Konstruktvalidität: 4-Faktoren-Struktur (Indexwerte) in Faktorenanalysen meist bestätigt. Keine Angaben zu konvergente&diskriminanten Validität; Kriteriumsvalidität: Studien zur Trennung von Hochbegabten und Intelligenzgeminderten, Studien zu ADHS, folgen von schlaganfallerkrankungen
-> Nebengütekriterien: ökonomisch. Zumutbarkeit, fairness
 
PRO Verfahren: 
- breiter einsatzbereich
- breite IQ-Spanne
- stärken-, schwächen- & prozessanalysen
- Verhaltensbeobachtung 
- wichtigster deutschsprachiger IQ-Test im Einzelsetting
- praktischer Bezug
  • halb-adaptiv
  • hohe Akzeptanz wegen Abbruchregeln
  • abwechslungsreich
  • Auswertung sehr strukturiert
  • deutschlandweite Normierung
  • valida & reliabel
 
CONTRA Verfahren:
- ausführliche Einarbeitung von Testleiter nötig
- hoher Zeitaufwand für den testleiter
- fehlende Angaben zur Konstruktvalidität
- Durchführungsobj. gemindert wegen schwieriger Durchführung
- sehr teuer

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